Trauer um Inge Deutschkron in ihrer Geburtsstadt

Die gebürtige Finsterwalderin und wichtige Zeitzeugin der NS-Zeit ist im Alter von 99 Jahren in Berlin gestorben.

Wer sie einmal erlebt hat, konnte die Begegnung meist für lange Zeit nicht vergessen- als hätte sie sich ihre Aura zur Aufgabe gemacht. Inge Deutschkron, 1922 in Finsterwalde geboren, war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit ihren Auftritten und der Biografie „Ich trug den gelben Stern“ stets präsent und diente als Zeitzeugin nachfolgenden Generationen mit der Vergegenwärtigung ihrer Erinnerungen an das NS-Regime.

Bürgermeister Jörg Gampe: „Obwohl die Familie nach Berlin umzog und Inge Deutschkron dort aufwuchs, hielt sie immer Kontakt in ihre Geburtsstadt. Es war beeindruckend sie bei den Finsterwalder Stadtgesprächen 2002 und bei weiteren Lesungen und Aufeinandertreffen von Zeitzeugen zu erleben. Mit dem Eintrag im Goldenen Buch unserer Stadt ist auch ein tiefer Respekt verbunden, den wir ihr immer entgegenbringen werden.“

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wohnte sie in England, kehrte Mitte der Fünfzigerjahre aber nach Deutschland zurück. Als Journalistin berichtete sie 1963 für die israelische Zeitung Maariw vom Frankfurter Auschwitzprozess. 1972 verließ sie die Bundesrepublik aus Protest gegen antiisraelische Tendenzen und kehrte 1988 wieder nach Berlin zurück. 2013 hielt Inge Deutschkron im Bundestagbeim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus eine Rede, die viele Menschen berührte.

Ihre Geburtsstadt Finsterwalde wird ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Paula Hromada
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